Dienstag, 31. Januar 2012

'Die Mitte der Welt' als Hörspiel

Und zwar gratis! Es ist schon eine Weile her, dass Tom Raczko, einer der kreativen jungen Köpfe hinter blubb.Hörspiele mich (und meinen Verlag) anschrieb mit der Bitte, die Geschichte um Phil, Dianne und Glass bearbeiten zu dürfen – unentgeltlich für blubb, unentgeltlich aber auch für Hörspielliebhaber. Und da niemand sonst an den entsprechenden Rechten Interesse zeigte …



Den stimmigen Trailer für das Projekt gibt es schon länger; jetzt ist der erste von insgesamt drei Teilen des Hörspiels fertig (die übrigen sollen irgendwann in den kommenden Monaten folgen). Zum Streamen oder Herunterladen der ersten Kapitel bitte diese Seite besuchen, der Rest erklärt sich dort von selbst.

Habe eben selber kurz reingehört – was bis jetzt aus den Lautsprechern kam, ist wirklich ganz, ganz fein! Die Blubber haben sich jedenfalls dermaßen professionell ins Zeug gelegt, dass der ganze Spaß echt nicht nach einer Hobbyarbeit aussieht oder klingt. Bitte nicht versäumen, auf derselben Seite unter Extras den (ebenfalls von Tom Raczko stammenden) Soundtrack zum Hörspiel runterzuladen … way too cool! Und entschieden passend zu den derzeitigen frostigen Temperaturen draußen.
LZ

Montag, 9. Januar 2012

Wie man sich lettet, so liest man

Spannend war's, denn sie haben sich Zeit gelassen, die Letten, sonst hätte ich schon viel früher damit angeben können. Aber seit heute ist es endlich offiziell: Lettisch ist die dreißigste Sprache, in die Rico und Oskar übersetzt werden. Todschick, und Riga ist gar nicht so weit weg, falls ich mal zu einer Lesereise eingeladen werden sollte. Bei 2,5 Millionen Einwohnern (pro Quadratkilometer der winzigen Landesfläche macht das 35 Nasen aus) frage ich mich, ab wie viel verkauften Exemplaren man dort einen Bestseller landet.


Wie auch immer: Die lettischen Belegexemplare stehen dann demnächst zwischen all den anderen nordischen Sprachen im Regal, mit denen es sich noch schlimmer verhält als mit den asiatischen – die kann ich wenigstens einigermaßen auseinander halten, während ich mit einer Unterscheidung der Nordsprachen anhand von Vokabeln oder des Schriftbilds bei Günther Jauch gnadenlos durchfallen würde. Aber zu dem muss ich ja nicht hin, obwohl ich ihn im Herzgebreche in einem Nebensatz verewigt habe, als netten Moderator mit Hamsterbäckchen.
LZ

Samstag, 10. Dezember 2011

Versender versandet

Liebe 5. Klasse irgendwo in Bremen, es gibt unter euch einen Kilian, eine Sarah, die Saskia und den Ali, Marco und Eray und Max und eine ganze Menge anderer Mitschüler. Ihr alle habt mir geschrieben, nachdem ihr in der Schule Paul Vier gelesen habt.

Ich antworte euch hier stellvertretend für all jene Schulklassen (manchmal auch Einzelpersonen), deren Briefe ebenfalls im Verlag geöffnet werden, bevor man sie von dort an mich weiterschickt. Das passiert immer dann, wenn auf dem Umschlag nicht deutlich vermerkt ist, dass der Inhalt für mich bestimmt ist (also so was wie: Andreas Steinhöfel, Carlsen Verlag oder Carlsen Verlag, c/o Andreas Steinhöfel).

Dann öffnet jemand im Verlag die Post; könnte ja für sonst wen dort bestimmt sein. Und beim Weitersenden an mich wird dann gerne mal vergessen, den dazugehörigen ursprüngliche Umschlag mit der Adresse des Absenders drauf - also eurer - an mich beizulegen. Weshalb ich dann nicht antworten kann.


Die zuständigen Leute bei Carlsen versuchen darauf zu achten, dass das nicht geschieht. Aber es kommen dort jeden Tag ganze Fluten von Leserbriefen für Dutzende von Autoren an, da passiert das dann eben doch immer mal wieder. Daher meine Bitte: Bei Klassensätzen bitte auf wenigstens einem eurer Briefe die Schul-/Klassenanschrift vermerken. Bei Einzelbriefen sowieso. Dann klappt das und es gibt als Antwort eins von diesen Autogrammen, die man so prima mit Dartpfeilen beballern kann.
LZ

Donnerstag, 17. November 2011

Wolkig bis heiter

Brüderchen Dirks umfangreiche Bebilderung von P.B. Shelleys Die Wolke wurde von der Kritik verdammt gut aufgenommen. Meine Übersetzung dieses wunderschönen Gedichts – ein Vorzeigewerk der englischen Romantik, Abteilung Naturlyrik – ebenfalls. Alles gut? Alles gut! Vor allem die Tatsache, dass digitales Arbeiten zunehmend als künstlerischer Akt begriffen wird. (Einem ebenso eifrig gehegten wie dümmlichen Vorurteil zufolge überlassen Illustratoren, die digitale Bilder erschaffen, dem Computer sozusagen per Knopfdruck den schöpferischen Akt. Während uns Autoren noch nie unterstellt wurde, dass wir – dank passender Textverarbeitungs-Software – dieselbe Maschine unsere Bücher für uns schreiben lassen.)


Was mich an der Zusammenarbeit mit Illustratoren immer wieder neu fasziniert, ist das Erkennen meiner eigenen mangelnden Imagination, sobald es darum geht, eine Textvorlage zu bebildern. Bei mir funktioniert es ja eher umgekehrt: Ich sehe ein Bild und es spinnt sich quasi von selbst um dieses herum eine Geschichte.


Zu Shelleys Versen wäre mir daher wohl bestenfalls einer dieser niedlichen Erbauungs-Bildbände eingefallen (achtundzwanzig verschiedene Wolkenbilder), die beim Betrachter gern alles mögliche erregen – hauptsächlich meditative Ruhe, wenn auch niemals, niemals den Wunsch, sofort einen Fesselballon zu besteigen.


Dirk hat aus dem Gedicht ums Werden und Vergehen eine Story gemacht, bei der man genau hinschauen muss, wenn man sie im ersten Anlauf dechiffrieren will. Der Junge, der auszieht, um mittels Feuer, Erde, Luft und Wasser eine uralte Wolkenmaschine in Gang zu setzen, muss zuletzt erkennen, dass es ihm in seinem Schaffensdrang nicht anders ergeht wie dem zu erschaffenden Werk: Beides ist flüchtiger Natur, nicht zu vollenden. Bei aller Veränderung, die unsere Reisen eventuell in uns bewirken, führen sie uns oft doch nur wieder zurück zu deren Beginn (ein Thema übrigens, wie ich es in Die Mitte der Welt zirkelhaft mit der An- und Abreise eines Schiffes bebildert habe). Zuletzt können wir die Staffel immer nur an andere weitergeben.

LZ

Samstag, 1. Oktober 2011

Dirk und ich - Gewinner des Jubiläumsspiels

Bis auf meinen wunderbaren Kollegen Mats Wahl scheinen (zumindest wenn man in der Wikipedia nachschlägt) so gut wie alle populären Mats-Männer Fußball- oder Eishockeyspieler zu sein.

Ich weiß nicht, ob der Gewinner des Dirk-und-ich-Jubiläumsspiels sportlich ist. Aber ich weiß, dass sein zweiter Name, Sampo, in der finnischen Mythologie eine Art Zaubermühle darstellt. Etwas weniger mythisch, aber vermutlich davon abgeleitet, ist die gleich lautende Benennung einer finnischen Streichholzmarke. Hübsch, gell?

400px-Streichholz
Wie auch immer: Flammende Glückwünsche nicht nach Finnland, sondern nach Berlin, Mats! Wegen des Feiertags kann ich das Päckchen mit deinem gewonnenen Buch erst am Dienstag zur Post bringen ... bitte also um etwas Geduld.
LZ