Donnerstag, 7. Februar 2013

Temperaturgefälle

So sieht das heute vor meiner Haustür aus, und aktuell pustst und stürmt es, denn der Himmel legt noch eine ordentliche Schippe obendrauf. Ich liebe Schneetreiben, ich liebe Schnee, und sowieso hab ich's gern kühl. Wenn schon Winter, dann gefälligst nur so, bitte.


Noch vor einer Woche war mein Ausblick ein anderer. Da stand ich, bei Temperaturen von nicht unangenehmen fünfundzwanzig Grad, im äthiopischen Hochland an jener Stelle, wo der Tana-See den Blauen Nil auf dessen lange, lange Reise gen Khartum entlässt, wo er sich dann endlich mit seinem weißen Gegenstück vereint.


Vierzehn Tage lang habe ich mich in Äthiopien aufgehalten und mir dort, auf Einladung von SOS Kinderdörfer Weltweit, deren Arbeit angeschaut, begleitet von zwei Journalistinnen und einer Fotografin. Ab nächster Woche werde ich hier einige meiner Eindrücke wiedergeben, ein paar Fotos dazu zeigen, mithin also ein bisschen die Werbetrommel für SOS rühren. Denen ich übrigens, als besagte Einladung kam, antwortete: Vielen Dank für Ihre freundliche Anfrage! Ich fahre sehr gern überall in Afrika hin, bloß auf gar keinen Fall nach Äthiopien! 
LZ

Donnerstag, 1. November 2012

O Patria Mia!

Die Geschichte um Gianna mit dem roten Schal, die ein waschechtes Ungeheuer zur Strecke bringt, ist nach einem längeren, ausschließlichen Hardcover- Auftritt endlich wieder als Taschenbuch erhältlich. Das Buch war, als ich damals schrieb, von mir durchaus nicht als der Lückenfüller gedacht, für den es manchmal gehalten wird.


Ich liebe es immer noch sehr, schon deshalb, weil ich mich gut an die heftigen Beschimpfungen einer erwachsene Leserin erinnere, die der Meinung war, dass solche Bücher auf gar keinen Fall in Kinderhände gehören. Wäre für mich, wenn ich Kinder hätte, ein unbedingtes Kaufargument. Ein weiteres wäre, mal wieder, die schöne Covergestaltung durch Regina Kehn.
LZ

Rico goes rock opera!

Da ich aktuell gar nicht weiß, ob ich schon Namen und Details nennen darf, lasse ich es vorerst lieber. Gute Leute jedenfalls. Selber wurde ich von der Mitarbeit ausgeschlossen, nachdem mein Vorschlag, das Musical Das Phantom des Förderzentrums zu nennen und ich unbedingt einen tragischen Chor aus von der Decke stürzenden Müffelchen beinhaltet wissen wollte, nicht auf Gegenliebe stieß. Sobald die Sache in trockenen Noten ist, werde ich mich dazu etwas ausgiebiger zu Wort melden.

Abstürzende Elche

Mister Moose wird noch einmal auf Zelluloid gebannt (oder auf was auch immer inzwischen als Filmträger herhält). Wenn ich recht informiert bin, sind alle Innenaufnahmen inzwischen abgeschlossen; im Winter geht es mit Außenaufnahmen in Nordschweden weiter. Und mit einem echten Elch. Die niederländische Firma Lemming Film hat sich des Stoffs angenommen; der fertige Film soll zu Weihnachten 2013 in den Kinos sein. Mal sehen …

Mittwoch, 31. Oktober 2012

Die Tonne

Bis weit in den Sommer hinein haben mich die recht aufwändigen Arbeiten an einem Projekt auf Trab gehalten, das nun leider doch nie das Licht der Welt erblicken wird. Die Idee war hübsch: Rico und Oskar sollten, nach dem Ende der dreibändigen Saga um ihre Abenteuer (und vor allem um ihre Freundschaft) in einem erzählenden Sachbuch ihren Fans, mir und meinem Steuerberater erhalten bleiben. Der schlichte Arbeitstitel Rico, Oskar und die Kunst hätte wahrscheinlich, kleiner gedruckt, unter dem eigentlichen Buchtitel gestanden; geplant war ein witziger Streifzug durch die Kunstwelt der Moderne, immer angetrieben von Ricos Frage: Und was ist daran die Kunst?


Stilistisch und dramaturgisch hatte das geplante Buch kaum etwas mit den Rico-Vorgängern gemein. Das Format wäre ein völlig anderes gewesen, ebenso die Außen- und Innengestaltung. Peter Schössow war zuständig für die Illustrationen, Marcel Mieth für die Herstellung jene Werke, die Rico im Verlauf der Handlung selber nach und nach erschafft (anfangs ohne dabei zu begreifen, dass er Kunst fabriziert). Sechs Monate lang hatte ich Aberhunderte von (dann im Buch abzubildenden) Gemälden, Skulpturen, Grafiken, Installationen, Objekten, Gott weiß was, auf ihr Potenzial hin abgeklopft, wie sie in die geplante Rahmenhandlung passen, sie voranbringen oder konterkarieren mochten. Die ersten Kapitel wurden geschrieben, mehrfach verworfen, neu verfasst, umgeschrieben … sich an ein solches Sujet heranzutasten, ist eine Zeit fressende Aktion. Bei Carlsen wurden derweil Formate gewälzt, Kalkulationen erstellt, Schössow lieferte die ersten (himmlischen!) Bilder ab, Mieth eine Reihe zum Niederknien schräg-schöner Rico-Kunstwerke (das goldige obige stammt allerdings nicht von ihm).

Herz der Aktion war ein bedeutendes Kunstmuseum, in dem, um das herum und gänzlich bezogen auf dessen Kunstsammlungen die Geschichte stattfinden sollte. Tatsächlich war die ganze Idee zum Buch überhaupt erst aus einer ganz anderen Anfrage dieses Museums an mich entstanden. Leider waren es dann irgendwelche Kräfte ebendieses Museums, die dem Spaß ein frühzeitiges Ende bereiteten. Plötzlich (wie in: sehr plötzlich, sehr unerwartet und vorher nie abgesprochen) wurden Wünsche zur Einflussnahme auf die schriftstellerische, inhaltliche sowie künstlerische Ausgestaltung des Projekts geäußert, wie man sie als freier Künstler – und wir waren immerhin drei davon – nun mal nicht gerne an der Backe hat. Unglücklicherweise wurden diese Forderungen erst laut, als wir alle schon mitten in der Arbeit steckten und bereits jede Menge Zeit und Herzblut investiert hatten. Noch unglücklicher ist die Tatsache, dass das Buch dermaßen eng auf jenes Museum zugeschnitten war, dass ein Umschreiben (tausche Museum A gegen beliebiges Museum B) völlig außer Frage stand und steht. Das Teil ist gestorben. Schlimmer noch: Die Begeisterung aller daran künstlerisch Beteiligten dafür ist es inzwischen auch. Ein Jahr Arbeit für die Tonne, Deckel drauf und zu.


Am Dienstag, 20. November werde ich in Kassel im Rahmen der Reihe Autoren lesen an der Uni die existenten Fragmente zum Buch zum Besten geben und dabei – vermutlich ein wenig gehässig – referieren über die Freiheit der Künste, Autoren als Dienstleister, als Mimosen und so weiter. Der Vortrag beginnt um 19 Uhr (Uni Kassel, Kurt-Wolters-Straße, Raum 0012), der Eintritt ist frei. Für  mich ist es der einzige öffentliche Auftritt in diesem Herbst/Winter (sieht man von der Buchmesse in Montreuil ab, wo ich Ende November ein bisschen die Werbetrommel für die witzigen französischen Rico-Ausgaben rühren werde). Da außerdem im Dezember bekanntermaßen die Welt untergeht, könnte dies die letzte Möglichkeit, mich live zu erleben. Wir sollten Müffelchen und dergleichen mitbringen …