Donnerstag, 1. November 2012

O Patria Mia!

Die Geschichte um Gianna mit dem roten Schal, die ein waschechtes Ungeheuer zur Strecke bringt, ist nach einem längeren, ausschließlichen Hardcover- Auftritt endlich wieder als Taschenbuch erhältlich. Das Buch war, als ich damals schrieb, von mir durchaus nicht als der Lückenfüller gedacht, für den es manchmal gehalten wird.


Ich liebe es immer noch sehr, schon deshalb, weil ich mich gut an die heftigen Beschimpfungen einer erwachsene Leserin erinnere, die der Meinung war, dass solche Bücher auf gar keinen Fall in Kinderhände gehören. Wäre für mich, wenn ich Kinder hätte, ein unbedingtes Kaufargument. Ein weiteres wäre, mal wieder, die schöne Covergestaltung durch Regina Kehn.
LZ

Rico goes rock opera!

Da ich aktuell gar nicht weiß, ob ich schon Namen und Details nennen darf, lasse ich es vorerst lieber. Gute Leute jedenfalls. Selber wurde ich von der Mitarbeit ausgeschlossen, nachdem mein Vorschlag, das Musical Das Phantom des Förderzentrums zu nennen und ich unbedingt einen tragischen Chor aus von der Decke stürzenden Müffelchen beinhaltet wissen wollte, nicht auf Gegenliebe stieß. Sobald die Sache in trockenen Noten ist, werde ich mich dazu etwas ausgiebiger zu Wort melden.

Abstürzende Elche

Mister Moose wird noch einmal auf Zelluloid gebannt (oder auf was auch immer inzwischen als Filmträger herhält). Wenn ich recht informiert bin, sind alle Innenaufnahmen inzwischen abgeschlossen; im Winter geht es mit Außenaufnahmen in Nordschweden weiter. Und mit einem echten Elch. Die niederländische Firma Lemming Film hat sich des Stoffs angenommen; der fertige Film soll zu Weihnachten 2013 in den Kinos sein. Mal sehen …

Mittwoch, 31. Oktober 2012

Die Tonne

Bis weit in den Sommer hinein haben mich die recht aufwändigen Arbeiten an einem Projekt auf Trab gehalten, das nun leider doch nie das Licht der Welt erblicken wird. Die Idee war hübsch: Rico und Oskar sollten, nach dem Ende der dreibändigen Saga um ihre Abenteuer (und vor allem um ihre Freundschaft) in einem erzählenden Sachbuch ihren Fans, mir und meinem Steuerberater erhalten bleiben. Der schlichte Arbeitstitel Rico, Oskar und die Kunst hätte wahrscheinlich, kleiner gedruckt, unter dem eigentlichen Buchtitel gestanden; geplant war ein witziger Streifzug durch die Kunstwelt der Moderne, immer angetrieben von Ricos Frage: Und was ist daran die Kunst?



Stilistisch und dramaturgisch hatte das geplante Buch kaum etwas mit den Rico-Vorgängern gemein. Das Format wäre ein völlig anderes gewesen, ebenso die Außen- und Innengestaltung. Peter Schössow war zuständig für die Illustrationen, Marcel Mieth für die Herstellung jene Werke, die Rico im Verlauf der Handlung selber nach und nach erschafft (anfangs ohne dabei zu begreifen, dass er Kunst fabriziert). Sechs Monate lang hatte ich Aberhunderte von (dann im Buch abzubildenden) Gemälden, Skulpturen, Grafiken, Installationen, Objekten, Gott weiß was, auf ihr Potenzial hin abgeklopft, wie sie in die geplante Rahmenhandlung passen, sie voranbringen oder konterkarieren mochten. Die ersten Kapitel wurden geschrieben, mehrfach verworfen, neu verfasst, umgeschrieben … sich an ein solches Sujet heranzutasten, ist eine Zeit fressende Aktion. Bei Carlsen wurden derweil Formate gewälzt, Kalkulationen erstellt, Schössow lieferte die ersten (himmlischen!) Bilder ab, Mieth eine Reihe zum Niederknien schräg-schöner Rico-Kunstwerke (das goldige obige stammt allerdings nicht von ihm).

Herz der Aktion war ein bedeutendes Kunstmuseum, in dem, um das herum und gänzlich bezogen auf dessen Kunstsammlungen die Geschichte stattfinden sollte. Tatsächlich war die ganze Idee zum Buch überhaupt erst aus einer ganz anderen Anfrage dieses Museums an mich entstanden. Leider waren es dann irgendwelche Kräfte ebendieses Museums, die dem Spaß ein frühzeitiges Ende bereiteten. Plötzlich (wie in: sehr plötzlich, sehr unerwartet und vorher nie abgesprochen) wurden Wünsche zur Einflussnahme auf die schriftstellerische, inhaltliche sowie künstlerische Ausgestaltung des Projekts geäußert, wie man sie als freier Künstler – und wir waren immerhin drei davon – nun mal nicht gerne an der Backe hat. Unglücklicherweise wurden diese Forderungen erst laut, als wir alle schon mitten in der Arbeit steckten und bereits jede Menge Zeit und Herzblut investiert hatten. Noch unglücklicher ist die Tatsache, dass das Buch dermaßen eng auf jenes Museum zugeschnitten war, dass ein Umschreiben (tausche Museum A gegen beliebiges Museum B) völlig außer Frage stand und steht. Das Teil ist gestorben. Schlimmer noch: Die Begeisterung aller daran künstlerisch Beteiligten dafür ist es inzwischen auch. Ein Jahr Arbeit für die Tonne, Deckel drauf und zu.



Am Dienstag, 20. November werde ich in Kassel im Rahmen der Reihe Autoren lesen an der Uni die existenten Fragmente zum Buch zum Besten geben und dabei – vermutlich ein wenig gehässig – referieren über die Freiheit der Künste, Autoren als Dienstleister, als Mimosen und so weiter. Der Vortrag beginnt um 19 Uhr (Uni Kassel, Kurt-Wolters-Straße, Raum 0012), der Eintritt ist frei. Für  mich ist es der einzige öffentliche Auftritt in diesem Herbst/Winter (sieht man von der Buchmesse in Montreuil ab, wo ich Ende November ein bisschen die Werbetrommel für die witzigen französischen Rico-Ausgaben rühren werde). Da außerdem im Dezember bekanntermaßen die Welt untergeht, könnte dies die letzte Möglichkeit, mich live zu erleben. Wir sollten Müffelchen und dergleichen mitbringen …

Dienstag, 31. Januar 2012

'Die Mitte der Welt' als Hörspiel

Und zwar gratis! Es ist schon eine Weile her, dass Tom Raczko, einer der kreativen jungen Köpfe hinter blubb.Hörspiele mich (und meinen Verlag) anschrieb mit der Bitte, die Geschichte um Phil, Dianne und Glass bearbeiten zu dürfen – unentgeltlich für blubb, unentgeltlich aber auch für Hörspielliebhaber. Und da niemand sonst an den entsprechenden Rechten Interesse zeigte …


Den stimmigen Trailer für das Projekt gibt es schon länger; jetzt ist der erste von insgesamt drei Teilen des Hörspiels fertig (die übrigen sollen irgendwann in den kommenden Monaten folgen). Zum Streamen oder Herunterladen der ersten Kapitel bitte diese Seite besuchen, der Rest erklärt sich dort von selbst.

Habe eben selber kurz reingehört – was bis jetzt aus den Lautsprechern kam, ist wirklich ganz, ganz fein! Die Blubber haben sich jedenfalls dermaßen professionell ins Zeug gelegt, dass der ganze Spaß echt nicht nach einer Hobbyarbeit aussieht oder klingt. Bitte nicht versäumen, auf derselben Seite unter Extras den (ebenfalls von Tom Raczko stammenden) Soundtrack zum Hörspiel runterzuladen … way too cool! Und entschieden passend zu den derzeitigen frostigen Temperaturen draußen.

Update 1. August 2012:  Der zweite Teil (von drei) des Hörspiels ist inzwischen online.Und ich bin's demnächst auch mal wieder ...

Update 1. September 2012: Und der dritte Teil ist nun ebenfalls fertig gestellt und abrufbar - Glückwunsch ans Team, und allen Hörern viel Vergnügen! 
L

Montag, 9. Januar 2012

Wie man sich lettet, so liest man

Spannend war's, denn sie haben sich Zeit gelassen, die Letten, sonst hätte ich schon viel früher damit angeben können. Aber seit heute ist es endlich offiziell: Lettisch ist die dreißigste Sprache, in die Rico und Oskar übersetzt werden. Todschick, und Riga ist gar nicht so weit weg, falls ich mal zu einer Lesereise eingeladen werden sollte. Bei 2,5 Millionen Einwohnern (pro Quadratkilometer der winzigen Landesfläche macht das 35 Nasen aus) frage ich mich, ab wie viel verkauften Exemplaren man dort einen Bestseller landet.


Wie auch immer: Die lettischen Belegexemplare stehen dann demnächst zwischen all den anderen nordischen Sprachen im Regal, mit denen es sich noch schlimmer verhält als mit den asiatischen – die kann ich wenigstens einigermaßen auseinander halten, während ich mit einer Unterscheidung der Nordsprachen anhand von Vokabeln oder des Schriftbilds bei Günther Jauch gnadenlos durchfallen würde. Aber zu dem muss ich ja nicht hin, obwohl ich ihn im Herzgebreche in einem Nebensatz verewigt habe, als netten Moderator mit Hamsterbäckchen.
LZ