Sonntag, 15. Mai 2011

Poetikvorlesungen in Oldenburg

Vor lauter "erst hab ich Angst, zu wenig Text hinzukriegen, und jetzt hab ich Angst, es könnte zu viel sein" habe ich fast mein Versprechen vergessen, diese – also, eigentlich schon letzte – Woche hier noch etwas zu posten. Daher in aller Kürze, aber immerhin:

Wer Lust darauf hat, besagten angstbesetzten Text zu hören, sollte am Mittwoch nach Oldenburg kommen. Auf Einladung der dortigen Universität habe ich die diesjährige Poetikprofessur für Kinder- und Jugendliteratur übernommen. Im Rahmen von insgesamt drei Vorlesungen werde ich (im Bibliothekssaal, Campus Haarentor) Einblick geben in … in was überhaupt? Grundsätzlich geht es um die Poetik meiner Bücher und Kurzgeschichten, die sich aber besser erschließt aus einem Wissen um meine biographischen Hintergründe. Der Steinhöfel lässt also erstmal die Hosen runter (im übertragenen Sinne, bitte sehr – auch wenn ich es mir nicht vorstellen kann, möchte ich später doch keine Beschwerden von eventuell aus Bayern angereisten Fans hören, ich hätte mich nicht so entblößt wie von ihnen erwartet).


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Also, das Biographische, und wie es sich im Bibliographischen versteckt, ist am 18. Mai Thema der ersten Vorlesung Peter Pan, grün und blau – Zum Einfluss von Innen. Dem Kern der ganze Aktion, also einer gründliche Selbstbetrachtung meiner Poetik, ist die zweite Vorlesung gewidmet: Am 9. Juni heißt es Hoffentlich ins Herz – Zum Einfluss von Außen. Und was mir Verleger, Kritiker und Leser mit ihren teils doch recht unterschiedlichen Ansprüchen an mein Schreiben bedeuten, werde ich am 29. Juni unter dem Titel Machen Sie mal einen Punkt! – Zum Einfluss vom Rand verkünden. Falls sich in diese dritte Vorlesung überhaupt noch jemand verirrt. Eintrittsgeld kann nicht rückerstattet werden, da erst gar keines erhoben wird, der Spaß ist also umsonst (wenn auch hoffentlich nicht vergebens) und steht jedem, also auch nicht-universitären Besuchern, offen.

Und jetzt wasch ich noch schnell ein paar T-Shirts, denn unmittelbar vor dem Besuch in Oldenburg bin ich in Hamburg, um das Lektorat für Rico, Oskar und der Diebstahlstein unter Dach und Fach zu bringen. Mehr dazu – und zu meinem letzten Hamburg-Besuch vor zwei Wochen anlässlich der dortigen, ganz und gar wunderbar geratenen Theaterpremiere der Tieferschatten – irgendwann demnächst. Jedenfalls dieses Jahr noch …
LZ

Kommentare:

wirbeleit hat gesagt…

Also keine runtergelassenen Hosen? HM. Mal sehen, ob ich trotzdem komme. (sorry, aber den Kalauer konnte ich mir jetzt nicht verkneifen)
Hat Dich seinerzeit eigentlich mein Päckchen erreicht? Oder spielen des Postbotens Kinder nun mit Peter?
Herzlichst,
p.

ANDREAS STEINHÖFEL hat gesagt…

Hi Patrick - Sie haben Post! :)

Jutta Wilke hat gesagt…

Herr Steinhöfel,
bitte halten Sie Herrn Wirbeleit mal nicht von der Arbeit ab. Patrick soll Schweine zeichnen, nicht runtergelassene Hosen angucken. Und dann auch noch im Kinder- und Jugendbuch. Tztztz ...

Okay, eigentlich bin ich nur neidisch. Euch gleichzeitig zu treffen, wäre nett gewesen, aber Oldenburg ... pfff ... das liegt nicht gerade in der Mitte der Welt ;-)
Ich wünsche dir trotzdem viel Erfolg bei deiner Vorlesung und werde dich wohl in Zukunft nur noch mit Herr Professor ansprechen.

Liebe Grüße
Jutta

SGM hat gesagt…

Wunderbar zu hören/lesen. Hätte es solche Projekte doch nur während meiner Studienzeit gegeben… Nun ja, ich hoffe, die erste Vorlesung lief gut. Bei der heute so technisierten Welt dürfte doch sicher ein Audiomitschnitt drin sein, oder? ;)

Viele Grüße und weiterhin viel Erfolg!
Stefan

ANDREAS STEINHÖFEL hat gesagt…

Liebe Jutta,

Schweine und Ferkeleien gehören nun mal untrennbar zueinander! Aber der Herr Wirbeleit war sowieso nicht da ... :)

Lieber Na'vi-Gator,

so weit ich das mitgekriegt habe, wurde die Vorlesung nicht aufgenommen. Allerdings hab ich nicht viel mitgekriegt, weil ich beim Vorlesen ständig mit der dämlichen Brille kämpfe: Ich sehe nur noch Text, kein Publikum. Außer ich guck über den Brillenrand, aber dann laufe ich Gefahr, den Text nicht an der passenden Stelle wiederzufinden.

Ich befürchte, bei Veranstaltungen sieht das nicht nur regelmäßig dämlich, sondern auch unhöflich aus. Weshalb ich mich vielleicht auf ein Leben mit Gleitsicht einlassen sollte ... Mal sehen.

blanka beirut hat gesagt…

Hallo Andreas Steinhöfel,

Poesie an der Uni! Wörter von Punkt und Rand kommen, das ist klasse, deshalb komme ich, auch wenns es nicht um die Ecke liegt. Und fisch mir was... insch a allah! Ich werd schon sehen was ich davon usw.. Beste Grüße Andrea Karimé

Nikola hat gesagt…

Und ich hänge mich Andrea Karimé an den Schürzenzipfel, um mich zwar zum, nicht aber im Punkt-Traktat zu verirren und freue mich auf Spaßiges zum Randgeschehen.
LG, Nikola Huppertz

Anna Catharina hat gesagt…

Vielen Dank für die zwei spannenden, erkenntnisreichen und sehr persönlichen Vorlesungen bisher. Ich freue mich auf die, dann leider schon letzte Vorlesung, in drei Wochen.

Beste Grüße aus Oldenburg!