Donnerstag, 22. April 2010

Zurück in die SteinZEIT

Es stand schon einmal zur Debatte und wurde abgewendet; nun ist es doch passiert: Die ZEIT schubst das Kinder- und Jugendbuch aus dem Feuilleton (wo es ohnehin nur, aber immerhin doch alle vier Wochen sein Haupt erhob) in ihr KinderZEIT-Anhängsel. Der Literaturpreis LUCHS wandert gleich mit. Und ich wundere mich noch naiv, was aus dem Online-Auftritt der entsprechenden Seiten geworden ist …


Da ich momentan hochtourig auf Lesereisen bin, erspare ich mir jeden Kommentar (ich bin selbst für Zynismus zu müde und muss morgen wieder früh raus) und verweise hier lediglich auf gleich zwei offene Briefe an die ZEIT. Den einen hat die Arbeitsgemeinschaft von Jugendbuchverlagen (avj) verfasst, den anderen, bereits zuvor, meine schöne und schön streitbare Kollegin Jutta Richter im Namen vieler bekannter Autoren und Illustratoren. Ob's was fruchtet … wir werden sehen.

Ich fühle mich besonders betroffen, weil ich drei Jahre lang der LUCHS-Jury angehörte. Mir unverständlich, warum die derzeitigen Juroren nicht geschlossen von ihrer Arbeit zurückgetreten sind. Vielleicht hoffen sie auf bessere Zeiten. Dann war wenigstens nicht nur ich naiv.

Kommentare:

Jutta Wilke hat gesagt…

Zurück in die Steinzeit trifft es ziemlich gut, lieber Andreas.
Es ist wirklich traurig zu sehen, welchen (nicht vorhandenen) Stellenwert hierzulande die Kinder- und Jugendbuchliteratur hat. Die Wellen, die das Vorhaben der ZEIT schlägt, können gar nicht hoch genug sein.

Liebe Grüße
Jutta

Jutta Wilke hat gesagt…

Nun war die Luchs-Jury tatsächlich aus Protest gegen die ZEIT-Entscheidung zurückgetreten. Und wurde noch schneller durch eine neue Jury ersetzt. Damit Diskussionen gar nicht erst aufkommen: http://juttawilke.blogspot.com/2010/05/rucktritte.html

Gruß
Jutta

Frederik Weitz hat gesagt…

Sehr schade! Ich hatte gedacht, dass wenigstens die ZEIT noch ihren Bildungsauftrag ernst nimmt.

chaosqueen hat gesagt…

Lieber Andreas,

ich weiß nicht, ob Du diesen Blog überhaupt noch selber liest, denn der letzte Eintrag ist lange her, aber ich versuche seit einiger Zeit herauszufinden, was aus dem "Haus auf der Marsch" geworden ist. Ich war vor einigen Jahren bei Deiner Lesung aus dem noch unfertigen Buch bei der Buchmesse Leipzig, und seit dem warte ich darauf, es endlich ganz lesen zu können.
Vermutlich erinnerst Du Dich nicht an mich, wir haben mal nach einer Deiner Lesungen in Kiel noch eine Weile geplaudert (ich hatte einen ganzen Schwung Deiner Bücher zum Signieren dabei und wir waren uns einig, dass Lesen wichtiger ist, als Hausarbeiten etc. zu schreiben ;o)).
Es würde mich freuen, von Dir zu hören und vor allem würde ich mich sehr freuen, endlich "Das Haus auf der Marsch" lesen zu können!
Herzliche Grüße und alles Gute!
Susanne

ANDREAS STEINHÖFEL hat gesagt…

Hi Susanne,

das "Haus in der Marsch" ist auf Eis gelegt, aber nicht vergessen. Ich möchte, bevor ich mich dem Text wieder zuwende, erst zwei andere Bücher fertig stellen. Siehe dazu die aktuellen Blog-Updates (sollten heute noch online gehen).

Gruß

Andreas