Samstag, 27. März 2010

Lesungen, mal allgemein

Bis 2012 kann ich leider keine weiteren Termine für Lesungen annehmen. Der Steinhöfel ist hoffnungslos überbucht, alle Ausnahmen sind bereits ausgeschöpft, auch in Berlin ist nichts mehr drin. Die Absagen auf die fast täglich eingehenden Anfragen beanspruchen recht viel Zeit, was eigentlich nur ein Luxusproblem wäre, gäbe es da nicht die einen oder anderen Veranstalter, die trotz höflicher Darlegung der Gegebenheiten meinerseits mehrfach nachbohren (was mich ehrt), sich dabei mitunter aber im Ton vergreifen (was mich nervt) und teilweise sowieso ganz abstruse Vorstellungen von einer Lesung, respektive deren Honorierung haben (was mich überraschen sollte, es aber nicht tut). Vornehmlich an diese Veranstalter gerichtet, möchte ich meinem Unmut ein wenig Luft machen:

A) Ich kann niemandem den Glauben daran verbieten, dass ein Autor amöbengleich teilbar ist und somit an zehn Orten auf der Welt gleichzeitig sein kann, wenn er nur ein bisschen guten Willen aufbringt. Aber ich kann versichern: Ich hab’s probiert. Mit allem guten Willen. Dann ohne. Dann wieder mit … Es klappt nicht.


gnu-free-amoebe

B) Letztens wollte ich ein Konzert der Berliner Philharmoniker besuchen. Am Einlass hielt mich ein befrackter kleiner Mann auf und forderte freundlich Eintrittsgeld. Ich wies ihn ebenso freundlich darauf hin, so ein Konzert der Philharmoniker sei doch eigentlich bloß Werbung für ihre neueste CD, weshalb er mich also, bitte sehr, gefälligst umsonst einlassen möge. Wollte er aber nicht. Da wurde ich schon leicht ungehalten …

C) Dann argumentierte ich, ich habe ja nicht nur vor, die neue CD der Philharmoniker zu kaufen, sondern ich besäße auch ein paar ihrer älteren Scheiben und habe auch schon welche an Freunde verschenkt, mithin also längst ordentlich dazu beigetragen, dass die Kapelle sich dick und rund fressen könne. Half auch nicht.

D) Letzter Trumpf: Ich schmetterte dem Befrackten entgegen, ach, so sei das also – die Philharmoniker hätten Besucher ganz offenbar nicht mehr nötig? Er musterte mich, inzwischen weit weniger freundlich, und erwiderte: “Nun, ich kann mich nicht daran erinnern, Sie hier gesehen zu haben, als die es noch nötig hatten.”

E) Bin ich einer, der leicht aufgibt? Es müsse ja gar kein ganzes Konzert sein, schlug ich vor. Ich könne ja ein andermal wiederkommen, denn es würde mir völlig ausreichen - etwas Idealismus von Seiten der Musiker vorausgesetzt – ihnen einfach ein bisschen beim Probengeschrammel zuzuhören und mich ansonsten nett mit ihnen zu unterhalten. Das sei dann kein Konzert, weshalb sich der Eintritt doch sicherlich erübrige. Nein?

F) Ich wurde dann rausgetragen.

Eigentlich finde ich die Philharmoniker sowieso doof.
weiß weiß

Kommentare:

  1. Lieber Andreas,

    ich suche gerade auf deinem Blog die "offenen Lesungen"... Du hast sie zwar auf der Seite erwähnt, aber keine verlinkt. Heißt das, dass es a) keine offenen Lesungen bis 2012 gibt oder dass du b) den Link vergessen hast?

    Gruß
    Jutta

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