Donnerstag, 30. April 2009

Mann, Mann, Mann!

Es gäbe ja einiges Neues zu berichten, zumal ich die im letzten Sommer angekündigten Aufräum- und Aktualisierungsarbeiten am Blog nie aufgenommen habe. Einfacher Grund: Komplette Überlastung. Konnte ja keiner ahnen oder wissen, wie sehr Rico und Oskar reinhauen würden. Der über den Tieferschatten niedergegangene Preisregen war ebenso wenig vorhersehbar wie der damit verbundene Presserummel; ich habe Dutzende Interviews gegeben, bin (fettes Grinsen) von einer Preisverleihung zur nächsten gewirbelt, und zwischendrin war da ja auch noch so was wie die ganz gemeine Arbeit: Übersetzung, Drehbücher, der zweite Rico-Band. Vor allem aber: Lesereisen. Vorletztes und letztes Jahr, nachdem ich mich eher rar gemacht hatte, wollte ich für dieses Jahr mal etwas mehr aufscheppen. Und plumps, kollidieren seitdem irgendwelche Termine mit anderen irgendwelchen Terminen, und regelmäßig kollabieren meine Nerven oder das, was davon übrig ist.

Aber alles wird gut. Oder wenigstens fast. Grund für dieses kurze Lebenszeichen ist nämlich ein mehr als ärgerlicher Druckfehler im ziemlich nagelneuen Rico, Oskar und das Herzgebreche. Es gab schon im Vorfeld technische Schwierigkeiten beim Drucksatz, aber trotz mehrfacher Fahnen und noch mehr Korrekturdurchgängen hat es auf den letzten Drücker doch irgendwer geschafft, einen echten Klopper zu landen, den der geneigte Leser sich wohl nur schwerlich mit "Ach, ganz klar, ist nur ein Druckfehler" erklären kann. Vielmehr dürfte er denken: "Hä?"



Wer auch immer sich überhaupt noch auf diese ungepflegten Seiten verirrt, möge daher bitte zur Kenntnis nehmen: Auf Seite 200 der Erstauflage des Buches, vorletzter Absatz, ist wiederholt von Plan TE die Rede. Und ich habe absolut keine Ahnung, woher dieses dämliche T vor dem E kommt. Es gehört dort nicht hin und hat eigentlich auch nie dort gestanden. Bis jetzt. Denn nun ist es leider unübersehbar da, und noch leiderer ist die Startauflage des Buches so hoch, dass es bis zur zweiten Auflage (und damit einhergehenden Korrekturen) noch eine Weile hin sein dürfte. Echt, echt ärgerlich!

Davon abgesehen, ist das Buch ganz schön geworden. Behaupte ich jetzt einfach mal … Aufnahme der Arbeiten am dritten und letzten Band: Ab Mitte Juni. Falls ich letzten Lesereisen überlebe. Und ab dann wird auch hier aufgeräumt. Doch. Ganz bestimmt. Fast versprochen.

Ach Popo, von wegen Versprechen: Carlsen hat inzwischen, wie versprochen, eine Leseprobe für das Herzgebreche ins Netz gestellt. Viel Spaß beim Besuch in der ... nein, nicht der Dieffe 93, sondern der Ansbacher Straße in Schöneberg. Da wohnt Oskar :)
Absatz(Absatz)

Kommentare:

legoboogaloo hat gesagt…

Tja, das ärgerliche T...

Es steht zu vermuten, dass der, die oder das Setzer während der Arbeit an der zweihundertsten Seite einen im T hatten und sich deswegen versetzt hatten. Leider nicht in die Situation des Lesers, der von zuviel T nun ständig auf Klo muss, anstatt sich frohgemut und leichten Herzens durchs Buch zu lesen, wie es sich gehört. Vielleicht verdunstet es ja, das Überschuss-T.

Übrigens, man kann auch auf dem Klo lesen, überall kann man das – es lohnt sich!

mü hat gesagt…

Sellawie ;)
Hatten viel Spaß beim Lesen - mit und ohne T :)
LG

Jo hat gesagt…

Nun, eigentlich hatte ich nach einer Kontaktadresse gesucht, aber entweder bin ich zu blöd zum Gucken oder - was ich eher glaube - die Kontaktmöglichkeiten beschränken sich hier auf die Möglichkeit des Kommentarpostings. Vollkommen in Ordnung!

Ich bin gerade frisch auf dieses Blog gestoßen. Über Wikipedia, um genau zu sein. Gerade habe ich zum dritten Mal "Die Mitte der Welt" beendet und überlegt, was dieses Buch alles mit meinem Leben angerichtet hat.

Ich kann gar nicht mehr genau sagen, von wem es mir empfohlen wurde, aber es war 2006 und ich (Bücherwurm, das hat mein Vater mir zum Glück! anerzogen) habe das Buch innerhalb von zwei Tagen verschlungen.
Mein Leben wurde lange auch bestimmt von einer Zahl auf einem Blatt Papier, keine Nummer 3 sondern eine Nummer 437, kein Vater sondern der Mann, der mich mit HIV infiziert hat.
Beim Lesen habe ich Kat gehasst und mich gleichzeitig gefreut, daß meine beste Freundin eine so hoffnungslos schüchterne Person ist, wurde eingenommen von der eigenen Sprache des Buches. Und hatte auch jetzt, nach dem dritten Lesen, immer wieder Gänsehaut und feuchte Augen - nicht vor Rührung, sondern weil die Dinge einfach so klar und deutlich auf den Punkt gebracht sind.

Nun habe ich viele gute Bücher gelesen und als Knirps von 12, 13 Jahren hatte ich noch das Bedürfnis, das dem/der AutorIn auch mitzuteilen - viele "Fanbriefe" blieben unbeantwortet. Aber das hier soll etwas anderes werden. Ich möchte mich bedanken. Bedanken dafür, daß es dieses Buch war, das mich dazu ermutigt hat, mein eigenes Buch zu schreiben, meine Geschichte über mein Leben, meine Vergangenheit, meinen Virus, das mir so sehr dabei geholfen hat, mit 24 so offen und frei mit dem Thema umzugehen, wie es andere nicht in 20 Jahren schaffen.

Vielen Dank, Herr Steinhöfel.

Jonathan Möller

ilta-seija hat gesagt…

Wunderschön, dass die Leseprobe erst auf Seite 32 anfängt, das erinnert mich an meinen ehemaligen besten Freund der sagte, er würde nie auf der ersten Seite anfangen, in ein Buch rein zu lesen, weil der Anfang ohnehin nie den eigentlichen Schreibstil des Autors verrät... :)

Hmmm a propos Übersetzungen - Die Mitte der Welt ist nicht auch in Finnland erschienen, oder?



Viel Erfolg, Nerven und alles nötige für die Lesereisen :)

ANDREAS STEINHÖFEL hat gesagt…

Die Finnen wissen bisher gar nicht, was ihnen entgangen ist. Also nur zu! :)

Zu Roman-Anfängen: Habe während der Zugfahrten "Krabat" gelesen und man merkt (wie in so vielen Büchern), wie oft der arme Preußler dort an den Sätzen geschraubt hat. Gott sei Dank nur dort - super Buch! (Und eine endlich gefüllte Bildungslücke .. ich hatte es als Kind ja immer mehr mit dem Kleinen Wassermann.)

anna hat gesagt…

lieber andreas,

ich wollte mich auf diesem wege erkundigen, obwohl es nicht beosnders gut an diese stelle passt, was eigentlich aus den filmplänen geworden ist????
gibt es jetzt wieder eine produktionsfirma? oder liegen die pläne ganz auf eis?

liebe grüße
anna

ANDREAS STEINHÖFEL hat gesagt…

Hmm ... Rico oder Mitte? Rico wird jetzt als Spielfilm produziert; nächste Wopche treffe ich mich mit den Drehbuchautoren. Eine TV-Produktion war ebenfalls im Gespräch, aber die Spielfilmer hatten das überzeugendere Konzept. Die Rechte gingen vor etwa vier Wochen über den Tisch.

Zur Mitte: Da hapert's wohl mal wieder mit dem Drehbuch, was dem Projekt ja schon im ersten Anlauf (andere Produktionsfirma) das Genick gebrochen hatte. Mal sehen, was da noch kommmt ... die Produzenten sind jedenfalls noch dran.

Peer.Spengler hat gesagt…

Lieber Andreas Steinhöfel,

herzlichen Dank für die Geschichten von Rico und Oskar.
Die beiden Helden haben meine 5. Klasse, meine Kollegin Fr. Gößling und mich durch das Schuljahr begleitet. Immer montags, wenn die Schule wieder begonnen hat oder während der Klassenfahrt als Bettlektüre. Ohne Rico und Oskar ging es nicht ins Bett.
Nun noch kurz zu mir und meiner Klasse. Ich arbeite an der kath. Schule Sankt Hildegard. Wir sind eine Sonderschule für gesundheitsgeschädigte Kinder und Jugendliche in Berlin-Marienfelde.
Tiefbegabte und Mittelbegabte besuchen unsere Schule. Die Bingokugeln sind also reichlich vertreten, natürlich auch bei uns Lehrern. Wie auch immer, herzlichen Dank für die erfrischende Art des Schreibens. Sie fangen den "normalen" Alltag unserer Kids gut ein und treffen ihre Sprache genau. Zum Schluss freue ich mich auf die Ankündigung des dritten Bandes. Sollten Sie mal Zeit übrig haben, können Sie uns gerne besuchen.

Einen schönen Sommer wünscht

Peer Spengler

P.S. Die Beschützer der Diebe werden uns dann in der 6. Klasse begleiten.

Anonym hat gesagt…

Lieber Andreas Steinhöfel,

ich bin hier um zu schauen wie weit denn der dritte Band von Rico und Oskar ist. (schmunzel)

Ich bin wirklich in beiden Teilen, mehr als versunken und das mit meinen 39 Jahren. Rico ist einfach so herzerwärmend und zusammen mit Oskar tut es einfach nur gut!

Auch bei mir zu lesen.
http://bestseller.blog.de

Ich hoffe ich lese bald wieder von Ihnen.

herzlichst
Karin Fiedler

Tatze1981 hat gesagt…

Sehr geehrter Herr Steinhöfel,

ich habe zwar noch nie ein Buch von Ihnen gelesen aber heute habe ich eine Interwie mit Ihnen gehört und bin begeistert. Besonders was Sie über die sogenannte "Unterschicht" sagten, denn auch ich gehöre wahrscheinlich dazu aber ich glaube ich bin in einer sehr Liebevollen Umgebung aufgewachsen und auch nicht Bildungsfern. Deswegen habe ich mich sehr gefreut wie Sie sich in dem Interwie dazu geäußert haben.

Mit freundlichen Grüßen

Anna Schmidt