Samstag, 5. Mai 2007

Abwege

Wegen der anstehenden Lesereisen und Dreharbeiten werde ich in den nächsten vier Wochen vermutlich nur selten oder gar nicht (Erschöpfung! Erfrischungstücher! Eau de Cologne!) dazu kommen, den Blog zu aktualisieren. Versuchen will ich es trotzdem, gerade wegen der Dreharbeiten. Hab ich in dieser Form und Funktion noch nicht mitgemacht, also wird das sicher (Kaffee! Lampenfieber! Toilette!) recht aufregend. Da ich zwischendurch, Pfingsten zum Beispiel, in Hessen logiere, um gemeinsam mit meinen Brüdern endlich dem geliebten neuen HÄUSCHEN den letzten Schliff zu verpassen, findet sich vielleicht tatsächlich etwas Zeit; mal sehen.



In der Zwischenzeit erbarmt sich Blogger.com vielleicht, endlich mal die verballerten Archiv-Links, die seit geraumer Zeit alle Monate in englischer Sprache ausweisen, unter die Lupe zu nehmen. In den Foren häufen sich entsprechende Anfragen besorgter User und Formfetischisten, die befürchten, ihre Blogs seien gehackt worden.

Hab ich sonst noch Sorgen? Momentan nicht ... Ich gehe jetzt Erfrischungstücher kaufen.
Abstand

Klassik für Kinder

So lautet der Arbeitstitel der vierteiligen Dokumentation, für die mich AVE verpflichtet hat. Die Idee, eine solche Reihe zu produzieren, geisterte dort schon länger durch die Köpfe, zuletzt fehlte es nur noch an einem tragfähigen Konzept. Mit dessen Entwicklung wurde vergangenes Jahr ich beauftragt, anschließend wurden mir auch die Drehbücher angeboten. Der WDR fungiert als Auftraggeber, und in etwa wird der ganze Spaß so aussehen: Ab übernächster Woche reisen Regisseur Andreas Morell und ich mit einem kleinen Aufnahmeteam durch die Lande und besuchen vier Jugendliche, je zwei Mädchen und Jungen, die wir bereits im Herbst 2006 und Winter 2007 gecastet haben. Sie alle spielen – die einen schon länger, die anderen ganz neu – im Bundesjugendorchester mit, jener altehrwürdigen Institution, die als Abschussrampe für zukünftige Musikerstars gilt. Anders gesagt: Jeder der vier Jugendlichen (übrigens einer aus jeder Instrumentengruppe) füllt mit seinen jungen Jahren schon ungefähr einen halben Kilometer Wikipedia.



Die Doku wird sie begleiten: Vom ersten Vorspielen und der Aufnahme ins Bundesjugendorchester, über die anstrengenden Proben bis hin zum ersten gemeinsamen Konzert, das diesen August im Rahmen von Young Euro Classic in Berlin stattfinden wird. Dazwischen gibt's einiges Privates aus dem Leben der Protagonisten, die sozusagen ein Doppelleben führen, nämlich als Schüler und als Musiker, was man ja irgendwie unter einen Hut kriegen muss. Und weil die Sendung vor allem Kinder und Jugendliche ansprechen soll, die klassischer Musik - weil vermeintlich uncool - bisher noch nichts abgewinnen konnten, wird es in jeder Folge einige Einspieler geben, die sich an das Thema herantasten: Über Klassik im Alltag, über Instrumente und Noten, über Gerangel und Platzhirschkämpfe im Orchester, über das Orchesterstück, das eingeübt und schließlich zur Aufführung gebracht wird.


Da das Bildmaterial erst noch gedreht wird, liegen auch noch keine fertigen Drehbücher vor, sondern lediglich ausgefeilte Treatments. Damit wir uns möglichst nah an diesen entlang hangeln können – fast alle Infos zu dem, was sie sehen, werden die Zuschauer aus dem Off direkt von den vier Jugendlichen erhalten – übernehme ich die DIALOGREGIE. Die Kids werden sich also von mir Löcher in die Bäuche fragen lassen müssen, und wenn sie nicht so antworten, wie der Autor das will, fangen wir wieder von vorne an, und wenn's dann immer noch nicht klappt, werden sie mit Schimpf und Schande aus dem BJO entlassen und dürfen demnächst vor Karstadt fiedeln. Ich freu mich drauf!



Nach dem Abschlusskonzert am 6. August ist - bis auf eventuelle Nachdrehs - alles so weit im Kasten, dass bis Mitte September fertig geschnitten werden kann. Rechtzeitig zu Weihnachten laufen die vier halbstündigen Teile der Doku dann in der ARD, damit es nächstes Jahr zu Weihnachten Blockflöten und Viertelgeigen unter den Bäumen regnet. Selber wünsche ich mir eine Triangel. Mann muss bescheiden anfangen …
Abstand