Donnerstag, 22. März 2007

Schafft mehr Krippenplätze!

Wie schön, dass trotz des für alle Seiten kostspieligen Lapsus meiner Verlage (nach der Leipziger Messe werde ich abschließend darüber berichten) offenbar doch noch einige Schulklassen den Beschützer der Diebe ergattern konnten. Schüler, die mir Fragen zu diesem Buch schicken, erhalten von mir jenen Antwortbogen, der auch unter den Texten im Download enthalten ist. Ganz neue Fragen beantworte ich ergänzend in meiner Antwortmail bzw. dem Antwortbrief.

Unglücklicherweise ist das manchen Lesern nicht genug. Hier folgen die letzten drei von insgesamt neun Mailwechseln mit einer Schülerin (dass sie weiblich ist, entnehme ich jedenfalls ihrer Mailadresse), zu deren Beginn ich noch recht umgänglich war. Ich hatte sogar versucht, der jungen Dame die Grundlagen des Briefschreibens nahe zu bringen. Leider erfolglos, wie man sieht. Und inzwischen war ich ein wenig genervt, wie man ebenfalls sieht. Zuletzt nun das:

hallo
könten sie mir mal bitte eine zuammen fassung von kapitel 1-16 schicken????
weil ich weiß nicht ob die zusammenfassung richtig ist!!!!!!!
unsere lehrerin hat gesagt wir solten mal sie ein e-mail schreiben!!!!
und das muss ich machen für alle
also bekommne ich die zusammenfassung von kapitel 1-16?????
wir die klasse brauchen die!!!!
bitte es währe ganz nett

Hallo,
erstens weiß ich nicht, um welches Buch es sich handelt. Das würde allerdings auch keinen Unterschied machen, denn zweitens:
Frag mal eure Lehrerin, seit wann Autoren die Hausaufgaben von Schülern erledigen beziehungsweise kontrollieren, ob die Schüler sie richtig gemacht haben. Solche Anfragen sind einfach lächerlich und garantiert nicht im Sinne eurer Lehrerin. Und auf Mails mit solchen Anfragen werde ich zukünftig nicht mehr antworten.
Andreas Steinhöfel

doch das hat sie gesagt
vom buch beschützer der diebe

Wenn sie das gesagt hat, bestell ihr bitte einen schönen Gruß von mir und richte ihr folgendes aus: Es ist völlig okay, wenn ihr mir zu Beschützer der Diebe Fragen stellt. Es ist aber absolut nicht okay, wenn ich für euch eine Zusammenfassung schreiben soll. Oder wenn ich eure Zusammenfassungen überprüfen soll. Ersteres ist euer Job, letzteres der eurer Lehrerin. Und damit betrachte ich diese Debatte endgültig als abgeschlossen.
Andreas Steinhöfel

fick dich du schwuler sack




Ende der Korrespondenz. Hoffe ich zumindest. Manchmal wünsche ich mir, ich wäre William Golding (1911 – 1993), dessen Lord of the Flies immer noch gern im Schulunterricht behandelt wird. Dann hätte ich erstens den Nobelpreis erhalten und wäre zweitens schon so tot, dass mich derartiger Blödsinn nicht mehr in Wallung brächte. Andererseits könnte ich mich dann nicht darüber freuen, dass ich endlich die HTML-Nuss mit der dritten Sidebox geknackt habe. Was ich hiermit stolz vermelde, ohne dazu meine regelmäßigen Leser mit einem extra Update zu nerven.
weiß

Kommentare:

  1. Wow...das sind die Momente, wo ich mir denke wie lächerlich es eigentlich ist, wenn ich mich darüber aufrege, wenn ein Schüler in meinem Unterricht mal "Scheiße" sagt... aber ich bleibe dabei: Wehret den Anfängen! Da Eltern ihre Kinder heute ja nicht mehr erziehen, müssen wir das halt machen - mit gelebter Kommunikations- (und email-!) kultur! Und wenn ich mir den einen oder die andere meiner Schüler/innen anschauen, kann ich auch sagen: Kieselsteine kann man polieren, aber Diamanten sollte man schleifen... ;)

    PS: Und auch ich als Theologin bin für mehr Krippenplätze: Denn schon Jesus kam direkt nach der Geburt in eine solche!
    ... ich mache den ganzen Tag schon solche flachen Witze... o je...

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  2. Eltern müssen ihre Kiner heute nicht mehr erziehen!?
    Wer hat sie (die Eltern) früher dazu gezwungen?
    Erziehung zu was?
    Ich kann in der meiner Glaskugel nur Reflektionen sehen (die meiner eigenen Gegenwart und evtl. meiner Vergangenheit).
    Meine Kinder sollte ich aber auf deren eigene Zukunft vorbereiten (oder?)!
    Haben Sie diesbezüglich irgendwelche Vorschläge? (eine bessere Glaskugel? - wo kann man die beziehen?)
    Habe übrigens gehört, dass der Zusatz "verdammt" unter Umständen zum persönlichen "Profil" gehört und schwer vermisst werden kann.
    Auf welche Weise "schleift" ein professioneller Pädagoge (Pädagogin - gibt es da einen Unterschied?)?
    Und: kann man Diamanten essen?
    (Ich bin leider aus persönlicher Erfahrung sehr pragmatisch geprägt (also man muss die Miete, das Essen und den Internet-Anschluss bezahlen können)).
    Ohne faule Witze finde ich, dass Kinder immer mit Kindern zusammen kommen sollten (auch mit Omas / Opas und Tanten/Onkeln etc.) - weil Menschen sich in Menschen spiegeln und finden (manchmal können Tiere helfen).
    Zu kleine Kreise engen ein!
    Lasst den Kindern die Welt offen - und sagt ihnen, dass sie so wie sie sind geliebt werden - bitte!
    (Rechtschreibung ist ein optionales Extra und wird gesondert berechnet - Achtung: könnte Nüsse enthalten und Allergien auslösen)

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  3. Eltern sollten ihre Kinder erziehen (=ihnen Aufmerksamkeit schenken und sie darauf hinweisen, wie man angemessen mit sich selbst und anderen Menschen umgeht; den Rest der Welt erobern die Kinder selbst) - aber oft tun sie das nicht.
    Glaskugeln gehören, ebenso wie Verdammungen, nicht zu meinem Equipment.
    Zum Schleifen benutze ich authentische Anforderungen - fachlicher und sozialer Natur.Gerechtigkeit bedeutet nicht, dass alle das Gleiche bekommen, sondern dass man jedem gerecht wird.
    Diamanten und Kieselsteine können problemlos für ihren Lebensunterhalt arbeiten. Ich auch.
    Liebe, Akzeptanz, Welt- und Herzoffenheit sind unbedingt nötig.
    Was die Rechtschreibung angeht: Da empfehle ich den Schülern mein eigenes System: Fragen Sie jemanden, der sich damit auskennt!
    ...

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