Freitag, 16. Februar 2007

Berlinale (4) - Paradigma

Wo tags zuvor hinter mir das Dötzeken im Dunkeln saß, kuschelten sich zur Vorführung von Eis (Keh-ki) zwei Schwestern aneinander, sieben oder acht Jahre alt die eine, etwa zwei Jahre älter die andere. Wer sich den Film irgendwann ansehen möchte, liest ab hier besser nicht weiter:

Auf der Leinwand kommt es zu einer Szene, in der ein kleiner Junge von einer heranbrausenden Eisenbahn überrollt wird. Der Regisseur walzt den Moment länger aus, als eine durchschnittliche Kinderlunge die Luft anhalten kann. Hinter mir – der Zug donnert in Zeitlupe auf den verzweifelten Jungen zu, der mit dem Fuß zwischen den Gleisen einer Weiche feststeckt – kümmert sich die ältere Schwester um die entsetzt quiekende jüngere:

Gleich wird er überfahren! 
Nein, wird er nicht. Der Zug fährt vorbei.  
Jetzt hat er ihn überfahren!
Okay, aber tot ist der Junge garantiert nicht.
Da – er liegt im Krankenhaus!
Ganz bestimmt ist ihm nicht viel passiert.
Aber guck mal, der hat ein Bein ab! 
 Na ja …
[Kurze Pause, und dann:]
Eins hat er ja noch.

1 Kommentar:

mü hat gesagt…

Tja, große Schwetsern sind einfach was Tolles :)