Donnerstag, 1. Februar 2007

Autorenwerkstatt

Nach einem längeren Gespräch mit meiner Lektorin bei Carlsen habe ich beschlossen, die Arbeit an Das Haus in der Marsch mittelfristig ruhen zu lassen. Es ging und geht nicht mehr wirklich voran mit dem Schreiben, seit ich letzten Sommer aus gesundheitlichen Gründen auf der Nase lag. Das Buch wird sehr umfangreich, die Story ist recht ernst und komplex – selbst unter besseren Voraussetzungen schreibt ein solcher Roman sich nicht mal eben so runter.

Schön ist anders. Um mich nicht selber gänzlich frustriert im Regen stehen zu lassen, habe ich daher vor ein paar Tagen mit der Arbeit an einer kleinen, überschaubaren Geschichte für jüngere Leser begonnen. Die schreibt sich – wenigstens bisher – nicht nur sehr zügig, sondern erfüllt auch mein Bedürfnis, endlich mal wieder etwas Humorvolles in die Welt zu setzen. Sobald es spruchreife Resultate gibt, werde ich Infos zur Story, eventuell auch kurze Auszüge aus dem Text, hier veröffentlichen.

Sonst noch: Ein Drehbuch für Löwenzahn ist fertig. Inzwischen hat sich ausreichend herumgesprochen, dass Peter Lustig sich in den Ruhestand verabschiedet hat und von Fritz Fuchs (Guido Hammesfahr) abgelöst worden ist. Nachdem ich im Vorfeld dessen Figur mitentwickeln durfte, war es kein weiter Schritt zum Verfassen eines Drehbuches. Aber, nach vielen schlechten Erfahrungen mit anderen Produktionen, ein vorsichtiger. Meine Skepsis wurde inzwischen von Erleichterung abgelöst: Klasse Redakteure, ein kluges Produktionsteam und witzige, spannende, interessante und supernette andere Autoren. Sobald der Sendetermin (irgendwann im Herbst/Winter dieses Jahres) in greifbare Nähe rückt, weise ich gezielt darauf hin.

Sonst nöcher: Für den WDR arbeite ich an einer vierteiligen Dokumentation, die dem gebeutelten GEZ-Zahler das diesjährige Weihnachtsfest verschönern soll. Ob das funktionieren wird, bleibt abzuwarten. Habe mich jedenfalls für die Drehbücher und Co-Regie verpflichten lassen, darf aber Inhaltliches noch nicht ausplaudern, weil die Konkurrenz nicht schläft und gute neue Ideen, lauscht man den Sendeanstalten, begehrenswerte Mangelware sind. Diesem Mangel gegenüber steht ein Heer innovativer, risikobereiter heimischer Programmchefs und Redakteure; ein Ungleichgewicht, das bis auf Weiteres durch den Einkauf ständig neuer US-Serien ausgeglichen wird, die man – Ausnahmen wie die fast durchgängig wunderbaren HBO-Produktionen bestätigen die Regel – auf Grund der von ihnen ausgehenden Lobotomisierungsgefahr eigentlich unter "virtuell-biologische Kriegsführung" verbuchen müsste.

Genug geplaudert. Back to work ...

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